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Predigt  Römer 15,13 Einführung der neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden

von Pfarrer Hoffmann-Schaefer

Römer 15,13: „ Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden und Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes.“

 

Liebe Gemeinde und, heute will ich euch besonders ansprechen, liebe neue Konfirmandinnen und Konfirmanden!

 

Seit einer Woche seid Ihr Konfirmanden. Schon viele Jahrgänge vor Euch waren hier in der Thomaskirche und auch der Lutherkirche als Konfirmanden, haben gelitten, gestöhnt, sich gefreut und gewitzelt. Haben im Konfirmandenunterricht geschwitzt, gelernt, waren interessiert oder auch nur genervt, geduldig oder aber auch ungeduldig. Die Älteren unter uns könnten da bestimmt einiges erzählen.

Für die Predigt heute habe ich einen Vers aus der Bibel herausgesucht, den ich am Anfang vorgelesen habe. Zur Verdeutlichung dessen, was der Vers soll, habe ich mal wieder etwas mitgebracht. Eine Tasche – es ist eine Tasche mit dem Logo unserer Kirche. Ihr werdet  beim nächsten Mal, wenn wir uns hier treffen, alle so eine bekommen. Es könnte Eure Koniftasche werden.

Was sollen wir in diesem Jahr alles in eine Konfitasche packen. Natürlich: an dem Samstag die Mappe, die wir brauchen, Bibel und Gesangbuch braucht ihr nicht reinzutun, die gibt es im Gemeindehaus. Was noch? Oder will jemand sie leer lassen, um sie dann am Konfirmationssonntag im Mai 2010 den Verwandten und Paten weit geöffnet hinzuhalten, damit die dann Geldscheine, Päckchen und Pakete oder sonstwas reinpacken. Na da ist vielleicht diese Tasche zu klein. Sie ist dafür auch nicht gedacht.

Was wollt Ihr in Eurer Konfirmandenzeit reinpacken? Es gäbe da einiges. Wissen und Kenntnisse über die Bibel, den Glauben und die Kirche? Erfahrungen mit Christenmenschen und mit unserer Gemeinde? Melodien, Lieder, gute Worte, Bibelworte, die halten, was sie versprechen? Rechte, die ihr mit der Konfirmation erwerbt?  Pate sein können, mündiges Mitglied sein - also so was wie Konfirmationsbescheinigung als „kirchlichen Führerschein“?

Das alles könntet ihr in die Konfitasche  packen - und sie wäre noch lange nicht voll.

Was haben die Älteren unter uns in ihrer Konfirmandenzeit in ihre Tasche gepackt oder reintun müssen. Die Taschen sahen auch anders als aus heute. Viele Ältere haben da viel auswendig lernen müssen und haben viele Worte mitgenommen, die sie z.T. wahrscheinlich gar nicht verstanden haben. Bei den meisten ist die wirkliche Tasche und damit der Inhalt aus der Konfirmandenzeit schon längst nicht mehr da, oder irgendwo verstaubt. Und manche haben auch den Inhalt auf den Müll geworfen.  Ja, das tun manche auch mit dem, was sie in der Konfirmandenzeit mitbekamen.

Aber jetzt, in Eure Konfitaschen, da wollen wir, Pfarrerin Kiworr-Ruppenthal und ich, aber auch andere in der Gemeinde - Euch packen helfen. Die Tasche soll nicht überlastet werden. Ihr sollt nicht den Ballast von Jahrhunderten mitschleppen - und schon gar nicht etwas, das ihr später ins Gelände werft, unachtsam oder sogar wütend. Es soll nicht zu viel unnötiges hinein. Ein paar Dinge. Und vielleicht auch noch etwas hineinschmuggeln, als kleine Überraschung für später!

So wie man jemand, den man mag, ins Reisegepäck heimlich irgend etwas Gutes noch dazu packt: eine kleine Stärkung, eine besondere Reiselektüre, irgendetwas, das sich als nützlich erweist, und an das man vorher beim Packen selbst nicht gedacht hat. Irgendetwas, über das man sich freut, wenn man später beim Kramen in der Tasche darauf stößt.

Das schönste ist: wenn mit den Dingen, die Ihr selbst oder andere in den kommenden Monaten der Konfirmandenzeit hineintut, Gott Euren Taschen füllen würde.

Paulus hat in einem Brief an eine seiner Gemeinden das so beschrieben. „Unser Gott - er ist ein Gott der Hoffnung - fülle eure Taschen, erfülle Euch selbst mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft seines Geistes.“

Hoffnungen soll eure Konfitasche bergen: Zutrauen in den Glauben sollt ihr bekommen. Zutrauen in das, was Gott euch verspricht. Vertrauen in die Tragkraft und die Verläßlichkeit seines Wortes.

Frieden will Gott euch mitgeben: Die Spannungen, die Probleme, die wir immer wieder schaffen und in die wir uns gegenseitig immer wieder verwickeln, sollen gelöst werden - weil Gott verzeiht und versöhnt.

Und Freude will Gott in euren Rucksack packen. Damit ist sicher nicht die vordergründige Lustigkeit gemeint (wenn ich auch hoffe, daß es im Konfiunterricht und vielleicht auch im Gottesdienst immer wieder mal was zu lachen gibt!) Aber Freude ist mehr: sie hat etwas damit zu tun, daß man erfüllt ist von etwas; daß einem etwas erfüllt wird - und sie hat etwas damit zu tun, daß man weiß, daß Gott und andere einen mögen.

Also, da soll schon etwas rein, in diese Tasche. Nur: die vollste und bestgefüllteste Tasche, eine, die noch so gut bestückt ist, nützt nichts, wenn man nicht immer wieder was rausholt. Hoffentlich macht ihr immer wieder mal Rast, z.B. hier im Gottesdienst, und packt was aus Eurer Tasche, werdet fündig! Wegzehrung und Nahrung für Leib und Seele, eine Stärkung, ein Tröstung, eine Orientierungshilfe, einen Anstoß. Schutzkleider gegen Unwetter des Lebens. Und hoffentlich laßt ihr sie nicht versehentlich (oder absichtlich) irgendwo an einer Wegkkreuzung einfach stehen. So wie schon einige vor euch es getan haben. Manchmal hatte ich schon das Gefühl, daß Konfirmanden ihre Taschen am Tag der Konfirmation an den Mantelhaken gehängt hatten und eben ohne den Inhalt fortgegangen sind. Andere haben sie jahrzehntelang im Schränk oder der Kommode gelassen - und plötzlich greifen sie darauf zurück, brauchen etwas daraus - und sie merken, manches ist nicht mehr so brauchbar. Aber das, was Gott hineinpacken will schon. Hoffnung in sein lebensspendendes Wort, Friede mit sich und den Mitmenschen, Freude am Leben, auch wenn manches so gar nicht nach Plan läuft.

Und noch etwas ist bei dieser Tasche besonders: Gott füllt sie so reichlich, daß wir durchaus immer wieder mal was an andere abgeben können, an Stärkung, Hoffnung, Freude, Denkanstöße... so ist das ja auch gedacht von ihm - das ist auch eine Frage der Wanderkameradschaft, wenn ich das mal so nennen darf. Denn wir sind ja miteinander auf dem Weg.

Jedenfall ist das mein Wunsch an Euch:

Unser Gott - er ist ein Gott der Hoffnung - der fülle eure Konfirmandentasche, nein: euch selbst - euer „Herz, Mund und Sinn“ - mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr immer reicher werdet an Hoffnung und Zutrauen zu ihm und ins Leben durch die Kraft des Heiligen Geistes. Amen

 

 

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